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Wer
kennt ihn nicht, Wilhelm Busch, mit seinen Geschichten von Max und
Moritz. Hier eine ganz ganz kleine Auswahl von Gedichten von Wilhelm
Busch, bei denen man sich hin und wieder ein Schmunzeln bestimmt nicht
verkneifen kann.
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Es
saßen einstens beieinand
Zwei
Knaben, Fritz und Ferdinand.
Da
sprach der Fritz: Nun gib mal acht,
Was
ich geträumt vergangne Nacht.
Ich
stieg in einen schönen Wagen,
Der
Wagen war mit Gold beschlagen.
Zwei
Englein spannten sich davor,
Die
zogen mich zum Himmelstor. Gleich
kamst du auch und wolltest mit Und
sprangest auf den Kutschentritt, Jedoch
ein Teufel, schwarz und groß, Der
nahm dich hinten bei der Hos Und
hat dich in die Höll getragen. Es
war sehr lustig, muß ich sagen. - So
hübsch nun dieses Traumgesicht, Dem
Ferdinand gefiel es nicht. Schlapp!
schlug er Fritzen an das Ohr, Daß
er die Zippelmütz verlor. Der
Fritz, der dies verdrießlich fand, Haut
wiederum den Ferdinand: Und
jetzt entsteht ein Handgemenge, Sehr
schmerzlich und von großer Länge. - So
geht durch wesenlose Träume Gar
oft die Freundschaft aus dem Leime. |
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Die
erste alte Tante sprach:
Wir
müssen nun auch dran denken,
Was
wir zu ihrem Namenstag
Dem
guten Sophiechen schenken.
Darauf
sprach die zweite Tante kühn:
Ich
schlage vor, wir entscheiden
Uns
für ein Kleid, in Erbsengrün,
Das
mag Sophiechen nicht leiden.
Der
dritten Tante was das recht:
Ja,
sprach sie, mit gelben Ranken!
Ich
weiß, sie ärgert sich nicht schlecht
Und
muß sich auch noch bedanken.
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Was
ist die alte Mansell Schmöle
Für
eine liebe, treue Seele!
Sie
spricht zu ihrer Dienerin:
Ach,
Rike, geh Sie da nicht hin!
Was
will Sie da im goldnen Löben
Heut
abend auf und nieder schweben?
Denn
wedelt nicht bei Spiel und Tanz
Der
Teufel fröhlich mit dem Schwanz?
Und
überhaupt, was ist es nütz?
Sie
quält sich ab, sie kommt in Schwitz,
Sie
geht hinaus, erkältet sich
Und
hustet dann ganz fürchterlich.
Darum
bleibe Sie bei mir nur lieber!
Und,
Rike, geh Sie mal hinüber
Und
hole Sie vom Kaufmann Fräse
Ein
Viertel guten Schweizerkäse,
Und
sei Sie aber ja ja ja
gleich
zur Minute wieder da!
So
ist die gute Mamsell Schmöle
Besorgt
für Rikens Heil der Seele.
Ja
später noch, in stiller Nacht,
Ist
sie auf diesen Zweck bedacht
Und
schleicht an Rikens Kammertür
Und
schaut, ob auch die Rike hier,
Und
ob sie auch in Frieden ruht
Und
daß ihr ja nicht wer was tut,
Was
sich nun einmal nicht gehört,
Was
gottlos und beneidenswert.
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Mein
kleinster Fehler ist der Neid. -
Aufrichtigkeit,
Bescheidenheit,
Dienstfertigkeit
und Frömmigkeit,
Obschon
es herrlich schöne Gaben,
Die
gönn' ich allen, die sie haben.
Nur,
wenn ich sehe, daß der Schlechte
Das
kriegt, was ich gern selber möchte;
Nur
wenn ich leider in der Nähe
So
viele böse Menschen sehe,
Und
wenn ich dann so oft bemerke
Wie
sich durch sittenlose Werke
Den
lasterhaften Leib ergötzen,
Das
freilich tut mich tief verletzen.
Sonst,
wie gesagt, bin ich hienieden
Gottlobunddank
so recht zufrieden.
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Fehlgeschossen
Fritz
war ein kecker Junge
Und
sehr geläufig mit der Zunge.
Einstmals
ist er beim Ährenlesen
Draußen
im Felde gewesen,
Wo
die Weizengarben, je zu zehn,
wie
Häuslein in der Reihe stehn.
Ein
Wetter zog herauf.
Da
heißt es: Lauf!
Und
flink, wie ein Mäuslein
Schlüpft
er ins nächste Halmenhäuslein.
Krach!
- Potztausendnochmal!
Dicht
daneben zündet der Wetterstrahl.
Ätsch!
rief der Junge, der nicht bange,
Und
steckt die Zunge aus, die lange:
Fehlgeschossen,
Her Blitz!
Hier
saß der Fritz!
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Die
Tute
Wenn
die Tante Adelheide
Als
Logierbesuch erschien,
Fühlte
Fritzchen große Freude,
Denn
da gab es was für ihn.
Immer
hat die liebe Gute
Tief
im Reisekorb versteckt
Eine
angenehme Tute,
Deren
Inhalt köstlich schmeckt.
Täglich
wird dem braven Knaben
Daraus
ein hübsches Stück beschert,
Bis
wir schließlich nichts mehr haben
Und
die Tante weiterfährt.
Mit
der Post fuhr sie von hinnen.
Fritzchens
Trauer ist nur schwach.
Eine
Tute, wo nichts drinnen,
Weint
man keine Träne nach.
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Die
Affen
Der
Bauer sprach zu seinem Jungen:
Heut
in der Stadt, da wirst du gaffen.
Wir
fahren hin und seh'n die Affen.
Es
ist gelungen
Und
um sich schief zu lachen,
Was
die für Streiche machen
Und
für Gesichter
Wie
rechte Bösewichter.
Sie
krauen sich,
Sie
zausen sich,
Sie
hauen sich,
Sie
lausen sich,
Beschnuppern
dies, beschnuppern das,
Und
keiner gönnt dem andern was,
Und
essen tun sie mit der Hand,
Und
alles tun sie mit Verstand,
Und
jeder stiehlt als wie ein Rabe.
Paß
auf, das siehst du heute.
O
Vater, rief der Knabe,
Sind
Affen denn auch Leute?
Der
Vater sprach: Nun ja,
Nicht
ganz, doch so beinah.
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Nicht
artig
Man
ist ja von Natur kein Engel,
Vielmehr
ein Welt- und Menschenkind,
Und
rings umher ist ein Gedrängel,
Von
solchen, die dasselbe sind.
In
diesem Reich geborner Flegel,
Wer
könnte sich des Lebens freun,
Würd'
es versäumt, schon früh die Regel
Der
Rücksicht kräftig einzubleun.
Es
saust der Stock, es schwirrt die Rute,
Da
darfst nicht zeigen, was du bist.
Wie
schad, o Mensch, daß dir das Gute
Im
Grunde so zuwider ist.
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Die
Freunde
Zwei
Knaben, Fritz und Ferdinand,
Die
gingen immer Hand in Hand,
Und
selbst in einer Herzensfrage
Trat
ihre Einigkeit zutage.
Sie
liebten beide Nachbars Käthchen,
Ein
blondgelocktes Mädchen.
Einst
sagte die verschmitzte Dirne:
Wer
holt mir eine Sommerbirne,
Recht
saftig, aber nicht zu klein?
Hernach
soll er der Beste sein.
Der
Fritz nahm seinen Freund beiseit
Und
sprach: Das machen wir zu zweit;
Da
drüben wohnt der alte Schramm,
Der
hat den schönsten Birnenstamm;
Du
steigst hinauf und schüttelst sacht,
Ich
lese auf und gebe acht.
Gesagt,
getan. Sie sind am Ziel.
Schon
als die erste Birne fiel,
Macht
Fritz damit sich aus dem Staube,
Denn
eben schlich aus dunkler Laube,
In
fester Faust ein spanisch Rohr,
Der
aufmerksame Schramm hervor.
Auch
Ferdinand sah ihn beizeiten
Und
tät am Stamm heruntergleiten
In
Ängstlichkeit und großer Hast,
Doch
eh er unten Fuß gefaßt,
Begrüßt
ihn Schramm bereits mit Streichen,
Als
wollt er einen Stein erweichen.
Der
Ferdinand, von Schmerz und Hitze,
Entfloh
und suchte seinen Fritze.
Wie
angewurzelt blieb er stehn.
Als
hätt' er es doch nie gesehn:
Die
Käthe hat den Fritz geküßt,
Worauf
sie eine Birne ißt.
Seit
dies geschah, ist Ferdinand
Mit
Fritz nicht mehr so gut bekannt.
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Hinten
herum
Ein
Mensch, der etwas auf sich hält,
Bewegt
sich gern in feiner Welt;
Denn
erst in weltgewandten Kreisen
Lernt
man die rechen Redeweisen,
Verbindlich,
aber zugespitzt
Und
treffend, wo die Schwäre sitzt.
Es
ist so wie mit Rektor Knaut,
Der
immer lächelt, wenn er haut.
Auch
ist bei Knaben weit berüchtigt
Das
Instrument, womit der züchtigt.
Zu
diesem Zweck bedient er nämlich,
Als
für den Sünder gut bekömmlich,
Sich
einer schlanken Haselgerte,
Zwar
biegsam, doch nicht ohne Härte,
Die
sich, von rascher Hand bewegt,
Geschmeidig
um die Hüfte legt.
Nur
wer es fühlte, der begreift es:
Vorn
schlägt er zu und hinten kneift es.
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Dunkle
Zukunft
Fritz,
der mal wieder schrecklich träge,
Vermutet,
heute gibt es Schläge
Und
knöpft zur Abwehr der Attacke
Ein
Buch sich unter seine Jacke,
Weil
er sich in dem Glauben wiegt,
Daß
er was auf den Buckel kriegt.
Die
Schläge trafen richtig ein.
Der
Lehrer meint es gut. Allein
Die
Gabe wird für heut gespendet
Mehr
unten, wo die Jacke endet,
Wo
Fritz nur äußerst leicht bekleidet
Und
darum ganz besonders leidet.
Ach,
daß der Mensch so häufig irrt
Und
nie recht weiß, was kommen wird!
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